„Eltern als Lernbegleiter: Homeschooling in Zeiten von Schulschließungen“ – Oder handeln Lehrer als Experten?

Seit 25. März 2020 können Eltern von Grundschulkindern an einer Befragung teilnehmen (www.befragungen.ovgu.de/elal/). Zentrale Fragestellungen sind: Wie gehen Eltern mit der Aufgabe um, dass Schülerinnen und Schüler weiter Zuhause lernen sollen? Inwieweit stellen „Lehrer als Experten“ (vgl. Bromme, 1992) eine Unterstützung der Eltern dar? Gibt es Eltern, die diese Aufgabe als Belastung empfinden? Sind andere Mütter oder Väter dagegen begeistert von ihrer Tätigkeit als Lernbegleiter?

Die ersten Antworten zeigen ein differenziertes Bild von Situationen, in denen Eltern sind und wie Eltern diese Situation empfinden. Einige Eltern sind „sehr zufrieden“. Darüber hinaus wird Enttäuschung über einige Lehrerinnen und Lehrer geäußert, die – so die Wahrnehmung von Eltern – eben nicht als Experten handeln. So wünscht sich ein Elternteil: „Wochenplan mit Aufgaben und Lernzielen, genauere Aufgabenstellung mit definierten Zielen, sehr konkrete Aufgaben geben mit Lernkontrollen, Möglichkeit die Aufgaben an die Lehrer zu senden, die diese korrigieren und wieder zurücksenden. Es kann nicht sein,  dass als Aufgabe nur (…) Seiten der Bücher angegeben werden, die dann bis zum 20. April gemacht werden sollen (…).“ Eine Mutter beschreibt ihre Situation so: „Dabei fühle ich mich manchmal hilflos und nicht richtig von den Lehrern unterstützt. Ich sitze dann Abends im Internet und schaue mir Lernvideos bei Youtube an, um mir Ideen zu holen, wie ich es den Kindern richtig und kindgerecht erklären kann.“ Diese Beispiele verweisen darauf, dass die Studie auch das Potential hat, (erneut) über die Aufgaben- und Lernkultur an Schulen in Deutschland zu diskutieren. Eine solche Debatte kann im besten Fall zur Professionalisierung beitragen. Ein weiterer Effekt: Eltern werden vermutlich in Zukunft genauer hinsehen, was ihre Kinder in der Schule für Aufgaben zu bearbeiten haben.